






Wissenschaftlich gesehen ist das kindliche Schlafverhalten ein multikausales Geschehen, das unter anderem von psychologischen, medizinischen, biologischen und genetischen Faktoren beeinflusst wird.
Schlafschwierigkeiten in der Kindheit sind daher also kein eindimensionales Problem, für das es die eine „goldene Regel“ oder „das eine“ Schlaftraining geben könnte, welches einem Kind „richtiges“ Schlafverhalten beibringt. Auch wenn viele Elternratgeber speziell Eltern von Säuglingen und Kleinkindern dies suggerieren.
Häufiges nächtliches Aufwachen des Kindes wird heute wissenschaftlich nicht mehr automatisch als Störung oder krankhaft betrachtet, wie in vielen Elternratgebern, sondern als überlebenswichtiges Ereignis. Man bemüht sich, Erklärungen zu finden, die die biologische Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit dieser nächtlichen Aufwachepisoden unterstreichen. Lesen Sie mehr zu den verschiedenen biologischen und neurologischen Erklärungsansätzen des Aufwachens in meiner Studie „Frühkindliches Schlafverhalten und elterliche Bewältigungsstrategien“.
Die unangemessene Anwendung von Schlaftrainings kann gerade bei Säugling und Kleinkind zu einer erheblichen Verschlimmerung der Problematik führen, zum Beispiel wenn durch das Training die für die Schlafstörung ursächlichen Verlassensängste des Kindes zusätzlich verstärkt werden. Die grundlegenden Einflussfaktoren für Störungen im kindlichen Schlafverhalten sollten somit immer individuell diagnostisch aufgeklärt werden, um dem multikausalen Geschehen ausreichend Rechnung zu tragen. Nur so ist langfristig ein stabiles Schlafverhalten zu etablieren und die Schädigungen des Kindes zu verhindern.
In der Babyzeit ist der Arbeits- und Forschungsschwerpunkt die psychologische Diagnostik, Beratung und Therapie von kindlichen Schlafstörungen. Zwischen der Babyzeit und dem Psychologischen Institut der Universität Tübingen besteht eine wissenschaftliche und therapeutische Zusammenarbeit. Interessierte Eltern aus der Babyzeit können z.B. an Schlafforschungsprojekten und Studien teilnehmen, neue Forschungsergebnisse fliessen direkt in die therapeutische Arbeit in der Babyzeit ein. Die Babyzeit ist daher eine verlässliche Anlaufstelle für alle Eltern, deren Kinder von Schlafproblemen betroffen sind.
Sie haben Interesse an einer Teilnahme an der aktuellen Schlafstudie? Dann finden Sie hier weitere Informationen. Um das Schlafverhalten Ihres Kindes besser einschätzen zu können, steht eine Checkliste für Sie bereit, die Ihnen einzuschätzen hilft, ob die Schlafschwierigkeiten Ihres Kindes noch im Normbereich sind oder behandelt werden sollten. Bitte beachten Sie auch die unter Leitung von Dr. Angelika Schlarb erstellten weiteren Informationen zum Kinderschlaf der Abteilung für Klinische und Entwicklungspsychologie des Psychologischen Instituts der Universität Tübingen.
Babyzeit
Praxis für Entwicklungspsychologie
Dipl.-Psych. Julia Preißler | Jarrestrasse 44 | 22303 Hamburg