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Glossar

Glossar

Sind Sie bei der Lektüre von Elternratgebern und Artikeln zur Kindeserziehung auch schon einmal über Begriffe gestolpert, mit denen Sie trotz intensiven Nachdenkens eigentlich nicht wirklich etwas anfangen konnten? Dann wird es Zeit, in diesem Glossar zu stöbern! 


A


Affekt

Gefühl


Affektiv

Gefühlsmäßig, ein Gefühl betreffend.


Aktives Zuhören

Empathisches Zuhören, bei dem der Zuhörer das Gehörte in eigenen Worten wiedergibt und verdeutlicht, was er gehört hat. Merkmal der klientenzentrierten Therapie von Carl Rogers.


Ammensprache

Besondere Form der Sprache, die Eltern in der Kommunikation mit dem Säugling wählen. Sie unterstützt den Spracherwerb und ist z. B. durch die hohe Tonlage, die übertriebene Satzmelodie und Wiederholungen gekennzeichnet.


Amygdala (Mandelkern)

Hirnstruktur. Teil des limbischen Systems, besteht aus rund 15 verschiedenen, getrennt arbeitenden Kernen. Sie arbeitet im Vorbewussten und wird häufig als diejenige Hirnstruktur betrachtet, die für das emotionale Färben von Informationen zuständig ist. Die Amygdala ist mit einer Vielzahl von Gehirnregionen verschaltet. Die Nervenzellen der Amygdala sind unverzichtbare Strukturen für kognitive Funktionen wie soziale Kognition, Gedächtnis oder Furchtkonditionierung. Bereits im Säuglingsalter finden wesentliche Lernprozesse in diesem Gehirnbereich statt, die Amygdala sorgt im Rahmen der emotionalen Konditionierung dafür, dass manche Säuglinge bereits zu weinen beginnen, wenn sie ihren Schlafsack oder ihr Kinderbett nur sehen.


Anlage-Umwelt-Debatte, auch: Erbe-Umwelt-Debatte

Alte Kontroverse darüber, wie groß der Einfluss der Gene im Vergleich zu Erfahrung und Lernen auf die Ausbildung psychischer Merkmale und die Entwicklung von Verhaltensweisen ist.


antisoziales Verhalten

Verhalten, das kulturelle Normen verletzt.


Arbeitsspeicher

Gedächtnisform. Nach dem Mehrspeichermodell der Informationsverarbeitung erfolgt im Arbeitsspeicher eine Weiterverarbeitung der Information aus dem Ultrakurzzeitgedächtnis und eine Verknüpfung mit Information aus dem Langzeitspeicher. Beim Arbeitsspeicher wird zwischen einem visuell-räumlichen Speicher, der phonologischen Schleife sowie dem episodischen Puffer unterschieden.


Assimilation

Der Begriff der Assimilation bezieht sich nach der kognitiven Theorie Piagets auf die Einordnung von neuen Information auf der Basis der vorhandenen Denkschemata.


Assoziatives Lernen

Lernen, dass bestimmte Ereignisse zusammen auftreten. Bei den Ereignissen kann es sich (in der klassischen Konditionierung) um zwei Reize oder (in der operanten Konditionierung) um eine Reaktion und ihre Konsequenzen handeln. Beim Assoziationslernen handelt es sich somit um das Erlernen von Zusammenhängen zwischen Ereignissen. Bereits Säuglinge können Zusammenhänge zwischen Reizen erkennen und daraufhin Erwartungen in Bezug auf weitere Reizdarbietungen entwickeln.


Attribution

In der Psychologie die Erklärung von Ursache und Wirkung von Handlungen bzw. Vorgängen, also die subjektive Ursachenzuschreibung für Handlungsergebnisse. Diese werden mit internalen, in der Person liegenden Gründen oder mit externalen, in der Situation liegenden Motiven erklärt.


Attributionstheorie

Legt nahe, wie wir das Verhalten eines Menschen erklären, indem wir die Verantwortung dafür entweder der Situation oder der Veranlagung des betreffenden Menschen zuschreiben.


Attribution, externale

Ursache und Wirkung von Handlungen bzw. Vorgängen werden mit in der Situation liegenden Motiven erklärt, es erfolgt eine Attribution auf äußere Umstände. Bsp.: Das Prüfungsergebnis ist sehr gut, weil der Prüfer bei der Bewertung beide Augen zugedrückt hat und zusätzlich noch gut gelaunt war.


Attribution, internale

Ursache und Wirkung von Handlungen bzw. Vorgängen werden mit in der Person liegenden Motiven erklärt. Bsp.: Das Prüfungsergebnis ist sehr gut, weil der Prüfling den Stoff gut gelernt hat.


Attributionsfehler, feindseliger

Feindseliger Attributionsfehler ist eine Form der verzerrten Kognition und besagt, dass aggressive Kinder anderen Personen tendenziell feindselige Absichten unterstellen, vor allem dann, wenn sie keine eindeutigen Hinweise auf die tatsächliche Verhaltensintention heranziehen können.


Aufmerksamkeit

Die menschliche Informationsverarbeitungskapazität im Gehirn ist begrenzt. Es muss daher eine Auswahl an Informationen für die weitere Verarbeitung getroffen werden. Für diese selektive Orientierung ist Aufmerksamkeit notwendig. Als Aufmerksamkeit werden somit Prozesse bezeichnet, mit denen auf uns eindrängende Informationen, die für aktuelle Handlungen relevant sind, ausgewählt werden bzw. irrelevante Informationen verworfen werden. Selektion beeinflusst dabei die Wahrnehmung (selektive Wahrnehmung).


Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom / ADS

Patienten mit dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom weisen eine erhöhte Ablenkbarkeit durch neue plötzlich auftretende Reize auf und eine erhöhte Impulsivität bis hin zur Hyperaktivität. Aktuelle Theorien erklären dieses Syndrom u.a. mit Dysfunktionen des präfrontalen Kortex und einer Minderversorgung des Gehirns mit dem Neurotransmitter Dopamin. Eine verringerte Fähigkeit zum Schützen aktueller Aufgabenrepräsentation im Arbeitsgedächtnis wird als eine Folge diskutiert.


Augenbewegung

Mithilfe von Augenbewegungen werden Objekte vom jungen Säugling fixiert.


Augen-Hand-Koordination

Koordination von visueller Wahrnehmung und Bewegungsapparat, hier der Hände bzw. der Finger. Erster Meilenstein im kindlichen Erkundungsverhalten.


Automatisierung

Eigenschaft des Gehirns im Rahmen von Informationsverarbeitungsprozessen. Automatische Prozesse benötigen keine Aufmerksamkeitsressourcen, laufen schnell ab, sind unvermeidbar und nicht dem Bewusstsein zugänglich.


Autonome Moral

Die Autonome Moral ist ein Stadium, in dem Kinder realisieren, dass Regeln nicht absolut gelten, sondern ausgehandelt werden können und veränderbar sind. Weiterhin berücksichtigen sie in ihrem moralischen Urteil die Absicht, mit der eine Handlung ausgeführt wurde.


B


Basisemotionen

Nach dem strukturalistischen Emotionsansatz ist davon auszugehen, dass der Mensch von Geburt an mit Basisemotionen (wie Freude, Wut, Trauer, Ekel) ausgestattet ist, die mit einem spezifischen Erleben, einem spezifischen Ausdrucksverhalten und spezifischen physiologischen Reaktionen verknüpft sind.


Basiskategorien

Menschen strukturieren die Wahrnehmung ihrer Umwelt mit Hilfe von Kategorien. Beispiele hierfür sind Schemata und Stereotypen. Nach der Prototyptheorie lassen sich mindestens drei Ebenen von Kategorien unterscheiden:  Basiskategorien sowie unter- und übergeordnete Kategorien. Das Kind nutzt dieses Kategorie-System, um von der allgemeinen Kategorisierung von Objekten zur differenzierten Kategorien zu gelangen. Bsp.: Alles was rund ist, wird zunächst als „Ball“ klassifiziert. Eine Differenzierung erfolgt mit Hilfe der unter- und übergeordneten Kategorien (Räder, Murmeln etc.).


Beobachtungslernen

Durch Bandura geprägter Begriff des Lernens durch Beobachtung und Imitation des Verhaltens anderer.


Bestrafung

Durch eine Bestrafung (Setzen einer negativen Konsequenz oder Wegnahme einer positiven Konsequenz) wird nach der klassischen Lerntheorie die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens gesenkt.


Bewältigungsstil

Art des Umgangs mit Belastungen.


Bindung

Emotionales Band zwischen dem sehr kleinen Kind und seiner Bezugsperson. Das Kind sucht die Nähe zur Bezugsperson und reagiert auf Trennung mit Kummer und Schmerz. Bindung bezieht sich auf die Qualität der emotionalen Beziehung eines Kindes zu einer Bezugsperson. Als Bindungsqualitäten werden die sichere, die unsicher-vermeidende, die unsicher-ambivalente und die desorganisierte Bindung voneinander unterschieden.


Bindungsqualität / Bindungsstil

Qualität einer Bindung zu einer Person (sicher, ängstlich, vermeidend, desorganisiert-desorientiert). Siehe auch: inneres Arbeitsmodell.


Bindungssystem

Das Bindungssystem des Säuglings zielt darauf ab, ihm Nähe und Sicherheit seitens der Bezugsperson zu gewährleisten. In den frühen Formulierungen der Bindungstheorie stand dabei vor allem der Aspekt der Sicherung der Nähe der Bezugsperson im Vordergrund, während in späteren Formulierungen eine Ausweitung auf die emotional-psychische Sicherheit erfolgte.


Bindungsverhalten

Bindungsverhaltensweisen (wie Weinen, Blickkontakt etc.) werden vom Säugling eingesetzt, um das Fürsorgesystem seiner Bezugspersonen zu aktivieren.


Bildgebende Verfahren

Strukturelle und funktionelle (Positronenemissionstomografie, PET; funktionelle Magnetresonanztomografie, fMRT) Verfahren, mit denen neuronale Aktivitäten kognitiven Prozessen zugeordnet werden.


Bilinguale Entwicklung

Bilinguale Entwicklung bezieht sich auf ein Aufwachsen von Kindern in zwei (oder mehr) Sprachkontexten. Ein Aufwachsen in mehreren Sprachkontexten ist in der Regel langfristig nicht mit erkennbaren Nachteilen für die Kinder verbunden. In vielen Fällen zeigen sich im Gegenteil eher Vorteile für die bilingual aufwachsenden Kinder. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, vor allem dann, wenn die Gefahr besteht, dass als Entwicklungsergebnis keine der Sprachen korrekt erlernt wird.


Bedürfnishierarchie, auch Bedürfnispyramide

Maslows Pyramide der menschlichen Bedürfnisse. Beginnend mit den physiologischen Bedürfnissen, die erst erfüllt sein müssen, bevor auf einer höheren Stufe das Bedürfnis nach Sicherheit und danach die psychischen Bedürfnisse aktuell werden.


Bewusste Verarbeitung

Form der Enkodierung, die Aufmerksamkeit und bewusste Anstrengung erfordert.


Bewusstsein

Gesamtheit der unmittelbaren Erfahrung, die sich aus der Wahrnehmung von uns selbst und unserer Umgebung, unseren Kognitionen, Vorstellungen und Gefühlen zusammensetzt.


Bulimia nervosa

Bei der Bulimia nervosa treten wiederholte Essattacken auf, denen mit gegensteuernden Maßnahmen (z. B. selbstinduziertem Erbrechen) begegnet wird. Im Gegensatz zur Anorexia nervosa liegt bei Betroffenen kein Untergewicht vor.


D


DELFI

Denken-Entwickeln-Lieben-Fühlen-Individuell, Kursprogramm im erste Lebensjahr.


Denken

Kognitive Aktivität von Menschen mit induktiven, schlussfolgernden, problemlösenden, kreativen und urteilenden Schwerpunkten.


Depression

Zu den Symptomen einer Depression können Niedergeschlagenheit, Verlust von Interesse und Freude, Antriebslosigkeit, gesteigerte Ermüdbarkeit, geringes Selbstwertgefühl und Selbstvorwürfe, Konzentrationsschwierigkeiten, psychomotorische Unruhe oder Hemmung, Schlafstörungen, Appetitverlust oder gesteigerter Appetit und Suizidgedanken gehören.


Disjunktionsannahme

Nach der Disjunktionsannahme geht ein Kind davon aus, dass jedes Objekt nur eine Bezeichnung hat. Wenn für ein Objekt schon eine Bezeichnung vorliegt, nimmt das Kind zunächst an, dass das neue Wort für etwas anderes steht.


E


Egozentrismus

Damit bezeichnet Piaget in seiner Entwicklungstheorie die mangelnde Fähigkeit des Kindes im präoperatorischen Stadium, den Standpunkt eines anderen Menschen einzunehmen. Egozentrismus bezeichnet generell die Tendenz, Sachverhalte vorwiegend aus der eigenen Perspektive zu betrachten. Probleme bereitet es, die Perspektive einer anderen Person einzunehmen und einen Sachverhalt aus einer fremden Perspektive zu betrachten.


Einwortstadium

Phase, die ungefähr das 2. Lebensjahr umfasst, während der das Kind hauptsächlich in einzelnen Wörtern spricht.


ElBA

Eltern-Baby-Programm, Kursprogramm im ersten Lebensjahr vom Deutschen Roten Kreuz.


Emotion

Reaktion des gesamten Organismus, die 1. physiologische Erregung, 2. Ausdrucksverhalten und 3. bewusste Erfahrung beinhaltet.


Emotionsregulation

Emotionsregulation bezieht sich auf Regulationsbemühungen zum Umgang mit Emotionen. Eine zentrale Unterscheidung bei der Emotionsregulation bezieht sich auf die intrapsychische und die interpsychische Regulation. Während die intrapsychische Regulation sich auf die selbstständige Emotionsregulation bezieht (z. B. Lutschen an den Fingern), umfasst die interpsychische Regulation solche Regulationsbemühungen, bei denen andere Personen unterstützend (mit)wirken (z. B. in den Schlaf wiegen).


Empathie

Empathie ist die Fähigkeit, sich in das gefühlsmäßige Erleben eines Gegenübers hineinzufühlen und eine eigene emotionale Reaktion hierzu herzustellen. Empathie reift im Laufe der Kindheit im Rahmen der fortschreitenden Gehirnentwicklung und sollte beim 3-4-jährigen Kind ausgebildet sein. Empathie ist wesentlich für die erfolgreiche Steuerung sozialer Interaktion. Ein krankheitsbedingtes Ausbleiben der Empathiereifung wie z.B. beim Autismus kann auch mit intensivem Training nicht kompensiert werden. Da die Empathie reifungsbedingt ist, können sich Kinder bis zum 4. Lebensjahr in der Regel nicht selbständig ohne Außensteuerung „sozial“ verhalten. Erst nach Abschluss dieser Reifung gelingt es ihnen von alleine, sich „sozialer“ zu verhalten. Soziale Kompetenz braucht somit nicht nur Training, sondern vor allem auch Gehirnreifung, um sich entwickeln zu können.


Enkodieren

Verarbeitung von Informationen zur Eingabe in das Gedächtnissystem, z. B. durch Herstellen eines Bedeutungszusammenhangs.


Enkopresis

Mit dem Begriff der Enkopresis wird ein altersunangemessenes Einkoten bezeichnet, wobei eine organische Ursache für das Verhalten ausgeschlossen werden kann.


Entscheiden

Entscheiden ist der Prozess des Wählens zwischen mindestens zwei Optionen, mit dem Ziel, erwünschte Konsequenzen zu erreichen und unerwünschte Konsequenzen zu vermeiden.


Entwicklung

Als Entwicklung werden relativ überdauernde intraindividuelle Veränderungen des Erlebens und Verhaltens über die Zeit hinweg definiert. Dementsprechend gelten beispielsweise Befindlichkeitsveränderungen oder Veränderungen durch abrupt eintretende Ereignisse nicht als Entwicklung.


Entwicklungsabweichung

Eine Entwicklungsabweichung liegt vor, wenn Kinder Verhaltens- oder Erlebensweisen zeigen, die für ihr Alter unangemessen und untypisch sind.


Entwicklungsaufgaben

In Konzeptionen von Entwicklungsaufgaben wird davon ausgegangen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Laufe ihres Lebens mit vielfältigen Entwicklungsaufgaben konfrontiert werden, deren erfolgreiche Lösung zu einer positiven Weiterentwicklung beiträgt.


Entwicklungspsychologie

Teildisziplin der Psychologie, die die im Verlauf des Lebens auftretenden Veränderungen auf der physischen, kognitiven und sozialen Ebene untersucht.


Enuresis

Mit dem Begriff der Enuresis wird ein altersunangemessenes Einnässen bezeichnet, wobei eine organische Ursache für das Verhalten ausgeschlossen werden kann (z. B. anatomische Fehlbildung oder Harnwegsentzündungen).


Erfahrungsabhängige Plastizität

Begriff der Hirnforschung. Erfahrungsabhängige Plastizität des Gehirns meint, dass Synapsen im Gehirn in Abhängigkeit von den jeweiligen Umwelterfahrungen gebildet werden.


Erfahrungsabhängige Synapseneliminierung

Begriff der Hirnforschung. Erfahrungsabhängige Synapseneliminierung besagt, dass wenig aktivierte Synapsenverbindungen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit wieder beseitigt werden.


Erfahrungserwartende Plastizität

Begriff der Hirnforschung. Erfahrungserwartende Plastizität meint, dass das Gehirn in bestimmten Entwicklungsabschnitten spezifische Erfahrungen benötigt, um sich optimal entwickeln zu können.


Erlernte Hilflosigkeit

Hoffnungslosigkeit und passive Resignation, die Tiere und Menschen lernen, wenn sie wiederholt auftretenden aversiven Ereignissen nicht ausweichen können. Relevant im Rahmen der Entstehung von Depressionen.


Erwartungs-Enttäuschungs-Paradigma

Beim Erwartungs-Enttäuschungs-Paradigma werden implizite Erwartungen des Säuglings dadurch erkennbar, dass er im Falle eines erwartungswidrigen Ereignisses mit einer Aufmerksamkeitssteigerung reagiert.


Erwerb

Erste Phase der klassischen Konditionierung; die Phase, in der ein neutraler Reiz mit einem unkonditionierten Reiz gekoppelt wird, so dass der neutrale Reiz eine konditionierte Reaktion auslöst; bei der operanten Konditionierung: die Bekräftigung einer verstärkten Reaktion.


Erziehungspsychologie

Teil der pädagogischen Psychologie, der sich nicht mit Bildungsprozessen (Lehren und Lernen), sondern mit Erziehung im engeren Sinne befasst, etwa mit dem Einfluss elterlicher Erziehungsmaßnahmen auf die Entwicklung des Kindes.


Erziehungsstil

Die Gesamtheit der bewussten und unbewussten Verhaltensweisen, die im Rahmen der elterlichen Sozialisation auftreten. Ein Erziehungsstil ist somit ein Muster von elterlichen Einstellungen, Handlungsweisen und Ausdrucksformen, die die Art der Interaktion der Eltern mit ihrem Kind über eine Vielzahl von Situationen kennzeichnen. Nach der Konzeption von Baumrind lassen sich ein autoritärer, ein autoritativer, ein vernachlässigender und ein permissiver Erziehungsstil voneinander abgrenzen. Die Erziehungsstile unterscheiden sich im Ausmaß an Lenkung und Responsivität.


Erziehungsstil, autoritärer

Ein autoritärer Erziehungsstil ist durch ein hohes Ausmaß an Lenkung gekennzeichnet, gepaart mit einem niedrigen Ausmaß an Responsivität: Die elterliche Autorität darf nicht hinterfragt, die strengen Regeln müssen eingehalten werden. Geschieht dies nicht, greifen die Eltern zu strafenden Maßnahmen, die mitunter psychische oder physische Gewalt beinhalten.


Erziehungsstil, autoritativer

Ein autoritativer Erziehungsstil ist charakterisiert durch ein hohes Ausmaß an Lenkung und Responsivität. Die Eltern haben durchaus hohe Erwartungen an das Kind, setzen Regeln und achten auf deren Einhaltung. Allerdings geschieht dies in einem warmherzigen und offen-kommunikativen Kontext. Dieser Erziehungsstil wird auch demokratischer Erziehungsstil genannt.


Erziehungsstil, permissiver

Ein permissiver Erziehungsstil ist gekennzeichnet durch ein niedriges Ausmaß an Lenkung und ein hohes Ausmaß an Responsivität. Der Erziehende hält sich bei der Lenkung, bei der Reglementierung oder bei Anforderungen an das Kind stark zurück, kümmert sich aber dennoch responsiv um die Bedürfnisse des Kindes. Eltern sind wenig lenkend und kontrollierend, stellen wenig Anforderungen und überlassen es dem Kind, sich selbst zu steuern.


Erziehungsstil, vernachlässigender

Ein vernachlässigender Erziehungsstil ist gekennzeichnet durch ein niedriges Ausmaß an Lenkung und ein niedriges Ausmaß an Responsivität. Das elterliche Verhalten ist geprägt durch ein geringes Interesse und Engagement in der Eltern-Kind-Interaktion. Zudem besteht ein sehr distanziertes oder gar zurückweisendes emotionales Klima.


Evolutionspsychologie

Paradigma der Psychologie, das nach evolutionären Wurzeln des Erlebens und Verhaltens und den vermittelnden psychologischen Mechanismen sucht.


Externalisierende Problemverarbeitung

Externalisierende Problemverarbeitung ist ein Bewältigungsstil, bei dem ein nach außen gerichtetes Bewältigungsverhalten im Vordergrund steht. Bei diesem Bewältigungsstil treten dementsprechend Symptomatiken wie Aggression, Gewalt und delinquentes Verhalten in den Vordergrund. Der Externalisierende Problemverarbeitungsstil findet sich häufiger beim männlichen als beim weiblichen Geschlecht.


Expositionstherapie

Technik der Verhaltensmodifikation wie die systematische Desensibilisierung zur Behandlung von Ängsten. Dabei werden die Patienten (in der Phantasie oder in der Realität) mit den Dingen konfrontiert, vor denen sie Angst haben und die sie vermeiden. Wird auch in der Kindererziehung angewandt.


F


Familientherapie

Behandelt die Familie als Gesamtsystem. Sie geht davon aus, dass das unerwünschte Verhalten des Einzelnen von anderen Familienmitgliedern beeinflusst oder auf sie gerichtet ist, und versucht die Familienmitglieder zu einer positiven Beziehung und besserer Kommunikation zu bringen.


Feedback

Feedback ist ein Begriff aus der Systemtheorie, der sich auf Rückkoppelungsprozesse bezieht. Die erfahrenen Konsequenzen von Handlungen, nach deren Ausführung, sind eine wichtige Form des Feedbacks.


Feedbackumwelten, freundlich vs. gefährlich

Liefern unzuverlässiges, mehrdeutiges, unzuverlässiges, falsches oder gar kein Feedback (gefährlich) bzw. liefern regelmäßig Feedback, das eindeutig und zuverlässig ist (freundlich).


Fremdeln

Furcht vor Menschen, die dem Kind unbekannt sind. Etwa zeitgleich mit der Entstehung der Bindung an spezifische Personen tritt auch das Fremdeln auf. Das Kind zeigt als Folge Unsicherheit und Ängste bei unvertrauten Personen.


Fremde-Situations-Test

Beobachtungsparadigma zur Messung der Bindungsqualität in der frühen Kindheit. Der Fremde-Situations-Test besteht aus mehreren Episoden, in denen die Reaktion eines Kindes auf die Trennung von seiner Bezugsperson und die anschließende Wiedervereinigung beobachtet wird. Aus dem Verhalten des Kindes in der Testsituation wird auf seine Bindungsqualität geschlossen.


Frühkindliche Imitation

Schon im Alter von wenigen Tagen sind Säuglinge zu Imitationsleistungen in der Lage. Frühkindliche Imitationen nehmen in ihrer Häufigkeit zwischen dem 3. und 6. Monat aufgrund von kortikalen Reorganisationen wieder ab, um danach erneut wieder zuzunehmen.


Frustrations-Aggressions-Prinzip

Besagt, dass durch Frustration, d. h. wenn man daran gehindert wird, ein Ziel zu erreichen, Wut entsteht, die zu Aggressionen führen kann


Fürsorgesystem

Das Fürsorgesystem dient dazu, die Bedürfnisse des Säuglings nach Nähe und Sicherheit zu befriedigen.


G


Gedächtnis

Dauerhaftes Fortbestehen von aufgenommenen Informationen über die Zeit. Es ermöglicht die Speicherung und das Abrufen von Informationen.


Gedächtnis, episodisches

Das episodisches Gedächtnis bezieht sich im Wesentlichen auf eigene autobiografische Erfahrungen und ist zeitlich organisiert.


Gedächtnis, ikonisches

Kurzzeitiges sensorisches Gedächtnis für visuelle Eindrücke, ähnlich wie ein Schnappschuss oder ein Bild, das nur wenige Zehntelsekunden lang erinnert werden kann


Gedächtnis, prozedurales

Das prozedurales Gedächtnis umfasst die auf Fertigkeiten bezogenen Gedächtnisanteile. Es handelt sich im Wesentlichen um automatisierte Fertigkeiten, die ohne bewusste Steuerung eingesetzt werden.


Gedächtnis, sensorisches

Unmittelbare, sehr kurze Zwischenspeicherung sensorischer Informationen im Gedächtnissystem. Nach dem Mehrspeichermodell wird die Information aus der Umgebung zunächst über die Sinnesorgane (Augen, Ohren etc.) aufgenommen und dann in ein Sensorisches Register (bzw. dem Ultrakurzzeitgedächtnis) zwischengespeichert.


Gegenkonditionierung

Verfahren der Verhaltenstherapie, mit dem neue Reaktionen auf jene Reize konditioniert werden, die ein unerwünschtes Verhalten auslösen; beruht auf dem klassischen Konditionieren. Dazu gehören Techniken wie die systematische Desensibilisierung und die Aversionstherapie.


Geschmacksknospe

Geschmackszellen und Stützzellen bilden dieses auf der Zungenoberfläche angesiedelte Sinnesorgan. Wichtig für die erste Stufe der kindlichen Erkundung, der oralen Erkundung. Hierüber nimmt der Säugling Sinneseindrücke auf, wenn er Dinge zum Mund führt.


H


Habituation

Abnahme der Reaktionsbereitschaft bei wiederholter Stimulusdarbietung. In dem Maß, wie ein Säugling durch wiederholte Darbietung mit einem visuellen Stimulus vertraut wird, schwindet sein Interesse. Er fixiert den Stimulus immer kürzer und wendet früher den Blick ab, weil er sich an den Reit gewöhnt hat. Die Habituation ist eine frühe Form des Lernens.


Handlung

Handlungen beruhen auf Intentionen, setzen freie Entscheidungen voraus und müssen verantwortet werden.


Handlungskontrolle

Prozess der Initiierung und Ausführung von Handlungen.


Humanistische Psychologie

Historisch bedeutsame Auffassung, bei der das Wachstumspotenzial gesunder Menschen betont wird. In der Hoffnung, das Wachstum der Persönlichkeit zu fördern, wurden hier Methoden, die auf die individuelle Person zugeschnitten waren, zur Untersuchung der Persönlichkeit genutzt.


Hyperkinetische Störungen

Hyperkinetische Störungen äußern sich durch Hyperaktivität, Impulsivität und eine gestörte Aufmerksamkeit. Es lassen sich verschiedene Subtypen unterscheiden, bei denen entweder alle drei Symptombereiche, nur die Aufmerksamkeitsstörung oder nur die Hyperaktivität gemeinsam mit Impulsivität vorliegen.


I


Induktive Erziehung

Erziehungsmaßnahmen, mit denen Eltern die Kinder auf die Auswirkungen von Fehlverhalten auf andere Menschen hinweisen.


Inneres Arbeitsmodell

Im Laufe der weiteren Entwicklung des Kindes entsteht ein Inneres Arbeitsmodell der Bindung, das die bisherigen Bindungserfahrungen mit Bezugspersonen zusammenfasst.


Instinkt

Komplexes Verhalten, das bei jedem Mitglied einer Gattung als Muster festgelegt ist und nicht gelernt wird.


Interneurone

Neuronen des Zentralnervensystems, deren Aufgabe es ist, die interne Kommunikation zu gewährleisten sowie zwischen sensorischem Input und motorischem Output zu vermitteln.


Intuitives Elternprogramm

Intuitives Elternprogramm umfasst Verhaltensweisen der Bezugsperson, die vermutlich evolutionsbiologisch entstanden und auf die Bedürfnisse von Säuglingen abgestimmt sind.


Intuitives Kernwissen

Intuitives Kernwissen sind Wissensinhalte, die sich bereits sehr früh bei Säuglingen nachweisen lassen und die möglicherweise angeborene Bestandteile enthalten. Es wird in den Bereichen der Physik, Biologie und Psychologie vermutet.


K


Kategorien

Menschen strukturieren die Wahrnehmung ihrer Umwelt mithilfe von Kategorien. Beispiele hierfür sind Schemata und Stereotypen.


Klassisches Konditionieren

Form des Lernens, bei der ein Organismus Reize miteinander assoziiert. Klassisches Konditionieren bedeutet, dass eine bereits vorhandene Reiz-Reaktions-Verbindung mit einem neuen Auslösereiz gekoppelt wird. Ein neutraler Reiz wird durch wiederholte Darbietung mit einem unkonditionierten Reiz (US) gekoppelt und wird so zum Signal für das Auftreten des US; schließlich ruft der neutrale Reiz allein die konditionierte Reaktion hervor und wird dann als konditionierter Reiz (CS) bezeichnet (auch als Pawlow’sche oder respondente Konditionierung bezeichnet). Bsp.: Der Pawlow’sche Hund und sein Sabbern.


Konditionierte Reaktion (CR), auch bedingte Reaktion

In der klassischen Konditionierung die gelernte Antwort auf einen zunächst neutralen, nun jedoch konditionierten Reiz (CS).


Konditionierter Stimulus (CS), auch unbedingter Stimulus

In der klassischen Konditionierung ein zunächst irrelevanter Reiz, der nach der Assoziation mit einem unkonditionierten Reiz (US) eine konditionierte Reaktion auslöst.


Kognition

Die Gesamtheit aller Funktionen und Prozesse, die mit der Aufnahme, Speicherung und Wiederverarbeitung von Informationen zu tun haben. Kognitionen sind somit die Gesamtheit der geistigen Aktivitäten im Zusammenhang mit Denken, Wissen, Erinnern und Kommunizieren.


Konflikt

Wahrgenommene Unvereinbarkeit von Handlungen, Zielen oder Ideen.


Konsequenzen

Optionen führen zu Konsequenzen (Ergebnissen), die einen Wert (positiv, negativ) für den Entscheider haben.


Kontingenzlernen

Beim Kontingenzlernen handelt es sich um eine Lernform, bei der Zusammenhänge zwischen dem eigenen Handeln und darauf folgenden Konsequenzen erkannt werden.


Kritische Phase

Wird ein Organismus zu diesem optimalen Zeitpunkt bestimmten Reizen oder Erfahrungen ausgesetzt, so wird der angemessene Entwicklungsprozess in Gang gesetzt.


Kurzzeitgedächtnis

Aktiviertes Gedächtnis, das einige Informationsinhalte für kurze Zeit festhält (wie z. B. die 7 Ziffern einer Handynummer ohne Vorwahl), um sie dann entweder abzuspeichern oder zu vergessen.


L


Lallstadium

Beginnt mit 3–4 Monaten; Phase der Sprachentwicklung, in der ein Säugling spontan verschiedene Laute hervorbringt, zunächst auch solche, die nicht in der Sprache seiner Umgebung vorkommen.


Langzeitgedächtnis

Relativ zeitüberdauernder und unbegrenzt aufnahmefähiger Speicher des Gedächtnissystems; dazu gehören Wissen, Fertigkeiten und Erfahrungen. Das Langzeitgedächtnis hält Information über längere Zeitspannen verfügbar. Als wichtigste Teilkomponenten werden beim Langzeitspeicher das episodische Gedächtnis, das semantische Gedächtnis und das prozedurale Gedächtnis unterschieden.


Löschung oder Extinktion

Kontinuierliches Schwächerwerden der konditionierten Reaktion. In der klassischen Konditionierung tritt Löschung ein, wenn ein unkonditionierter Reiz (US) nicht dem konditionierten Reiz (CS) folgt; in der operanten Konditionierung geschieht dies, wenn eine Reaktion nicht mehr verstärkt wird. In der Erziehung gilt das Prinzip "Löschung durch Aufmerksamkeitsentzug", weshalb Ignoranz manchmal genau das richtige Erziehungsmittel sein kann.


Lenkung

Maß der Steuerung und Kontrolle, das ein Erzieher auf den Zu-Erziehenden ausübt.


M


Melatonin

Schlafhormon, das zu der Monoaminklasse der Indolamine gehört. Es wird in der Zirbeldrüse (Epiphyse), der Retina und im Magen-Darm-Trakt aus Serotonin produziert. Die Synthese und der Ausstoß Melatonins wird durch den Tag-Nacht-Zyklus beeinflusst: Beim Einsetzen der Dunkelheit wird die sympathische Innervation der Epiphyse durch den Nucleus suprachiasmaticus (SCN) des Hypothalamus erhöht. Dies steigert die Produktion und den Ausstoß von Melatonin, was sich auf das Schlafverhalten auswirkt. Je dunkler die Umgebung, desto mehr Melatonin wird ausgeschüttet, desto müder ist das Kind. Der Einsatz von Melatonin zur Behandlung von Schlafstörungen im Kindesalter ist umstritten. Eine Melatonin-Einnahme beeinflusst lediglich die Einschlaflatenz, also die Dauer des Einschlafens, nicht aber die Aufwachhäufigkeit.


Mentale Retardierung

Verzögerung der intellektuellen Entwicklung oder Beschränkung der geistigen Fähigkeiten, gekennzeichnet durch einen IQ von unter 70 und Schwierigkeiten, den Anforderungen des normalen Alltagslebens gerecht zu werden. Der Grad der Retardierung reicht von leichter bis schwerster Retardierung.


Merkmalsdetektoren

Nervenzellen im Gehirn, die auf bestimmte Merkmale von Reizen (z. B. Form, Winkel oder Bewegung) reagieren.


Motivation

Das Streben nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten. Beispiele sind sozialer Anschluss, Selbstwertdienlichkeit und Streben nach Konsistenz.


Motivation, extrinsische

Wunsch, ein Verhalten wegen versprochener Belohnungen oder drohender Bestrafung zu zeigen.


Motivation, intrinsische

Wunsch, ein Verhalten aus einem eigenen inneren Bedrüfnis heraus um seiner selbst willen zu zeigen. Bsp.: Kindliches Spielverhalten: Das gesunde Kind spielt nicht, weil es dafür eine Belohnung erwartet, sondern weil es ihm ein inneres Bedürfnis ist, welches ihm Befriedigung verschafft.


Moro-Reflex

Der Moro-Reflex oder Schreckreflex wird ausgelöst, wenn sich der Säugling erschrickt (z. B. bei lauten Geräuschen wie dem Zuschlagen einer Tür). Er besteht aus einer Reihe schneller rhythmischer Bewegungen der Extremitäten (insbesondere der Arme und Hände), die ursprünglich vermutlich der Anklammerung an die Mutter dienten.


Multiple Emotionen

Multiple Emotionen beziehen sich auf das gleichzeitige Erleben mehrerer Emotionen. In diesen Bereich fällt auch das Erleben ambivalenter Emotionen, womit gemeint ist, dass positive und negative Emotionen gleichzeitig auftreten. Sowohl die Fähigkeit Multiple Emotionen zu Erkennen als auch zu Erleben unterliegt einem Entwicklungsprozess.


Myelinschicht, auch Markscheide

Schicht von fettreichem Gewebe, das die Axone vieler Neuronen im Gehirn abschnittsweise umspannt. Durch die Myelinisierung wird die Geschwindigkeit der Informationsvermittlung im Gehirn erhöht, weil die Impulse von einem Knoten (Ranvier-Schnürring) zum nächsten springen. Die Myelinisierung ist bei Kindern unter 3 noch nicht abgeschlossen. Hierin ist das oft sehr langsame Verarbeitungstempo von Kindern begründet, es dauert, bis die elterlichen Ansagen im Gehirn verarbeitet sind.


N


Nebennieren

Paar endokriner Drüsen direkt oberhalb der Niere. Sie schütten die Hormone Adrenalin (oder Epinephrin) und Noradrenalin (oder Norepinephrin) aus, die den Körper bei Stresssituationen in Erregung versetzen, was sich durch Schwitzen, Erröten etc. äußert. Kommt besonders während des Trotzalters häufig zum Einsatz.


Neuronale Netze

Begriff der Hirnforschung. Miteinander verbundene Nervenzellen, die durch Erfahrung lernen, da die Verbindungen, die zu bestimmten Ergebnissen führen, durch Rückkopplung verstärkt oder geschwächt werden. Mit Computerprogrammen, die diese Netze nachbilden, kann diese Art von Lernen simuliert werden.


Neuronale Plastizität

Begriff der Hirnforschung. Fähigkeit des Gehirns, sich umweltabhängig zu entwickeln.


Non-REM-Schlaf

Beim Non-REM-Schlaf handelt es sich um eine Schlafphase, die durch eine regelmäßige Atmung, geringe motorische Aktivität und eine geringe Muskelspannung charakterisiert. Es treten (im Gegensatz zum REM-Schlaf) keine schnellen Augenbewegungen („rapid eye movements“, REM) auf.


O


Objektbeziehung

In neueren psychoanalytischen Theorien geht es bei Objektbeziehungen um die kindlichen Beziehungen zu Bezugspersonen (insbesondere zur Mutter). Die Objektbeziehungen werden vor allem in ihrer Funktion gesehen, die Entwicklung des Ich und der psychischen Unabhängigkeit zu ermöglichen.


Objektpermanenz

Wissen, dass ein Gegenstand weiterhin existiert, auch wenn er gerade nicht wahrgenommen werden kann. Solange kein Schema für einen Gegenstand vorliegt, ist dagegen der Gegenstand verschwunden, sobald er aus dem Blickfeld verschwunden ist. Es liegt noch keine Objektpermanenz vor. Diese entwickelt sich um den 6. Lebensmonat und ist ursächlich für die meisten Einschlafschwierigkeiten ab dem 6. Monat. Das Kind vermisst die Bezugsperson nunmehr, weil es weiß, dass diese auch weiter existieren, wenn sie den Raum verlässt. Das es die Bezugsperson aufgrund der Trennungsangst, die ebenfalls in diesem Altern entsteht, beim Einschlafen um sich haben möchte, beginnt es zu weinen, sobald es alleine im Bett zurück gelassen wird.


Operantes Konditionieren

Form des Lernens, bei der ein Verhalten dadurch bekräftigt wird, dass ihm ein Verstärker folgt, oder abgeschwächt wird, weil eine Bestrafung folgt. Operantes Konditionieren bedeutet somit, dass die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens durch die darauf folgenden Konsequenzen erhöht oder gesenkt wird.


Operantes Verhalten

Verhalten, das auf die Umgebung einwirkt und Konsequenzen verursacht.


P


Parallelverarbeitung

Gleichzeitiges Verarbeiten mehrerer Aspekte eines Problems. Die natürliche Arbeitsweise des Gehirns bei der Informationsverarbeitung für eine Vielzahl von Funktionen (u. a. beim Sehen). Es handelt sich dabei um das Gegenteil der schrittweisen (seriellen) Verarbeitung der meisten Computer und der bewussten Problemlösung.


Parasomnie

Parasomnie ist eine Bezeichnung für eine Reihe von Schlafstörungen, eine »aus dem Schlaf heraus auftretende Auffälligkeit«. Diese Störung tritt nach der wörtlichen Übersetzung also beim Erwachen oder nahe dem Erwachen auf. Parasomnien werden in vier Gruppen eingeteilt: Aufwachstörungen (z. B. Schlafwandeln, schreiend aufwachen), Störungen des Schlaf-Wach-Übergangs (z. B. Einschlafzuckungen, Sprechen im Schlaf), REM-Schlaf-Parasomnen (z. B. Albträume, Schlaflähmung) und andere Parasomnien (z. B. Zähneknirschen, Bettnässen, Schnarchen). Parasomnien sind meist ungefährlich, können in seltenen Fällen jedoch zu belastenden Ein- oder Durchschlafproblemen führen.


Pavor nocturnus

Klassische temporäre Schlafstörung im Kleinkindalter. Ein hohes Erregungsniveau und ein Gefühl starker Angst sind typisch für diese Schlafstörung, die Kinder sitzen schreiend und weinend im Bett und lassen sich nicht beruhigen, scheinen kaum ansprechbar zu sein. Im Gegensatz zu Albträumen treten diese Phasen nächtlicher Panik im Schlafstadium 4 innerhalb der ersten 2–3 Stunden des Schlafes auf; in der Regel können sich die Betroffenen am nächsten Tag nicht daran erinnern.


PEKiP

Prager-Eltern-Kind-Programm, Kursprogramm im ersten Lebensjahr.


Persönlichkeitsdisposition

Disposition, in der sich Menschen unterscheiden.


Perspektivenübernahmefähigkeit

Fähigkeit, sich in die Perspektive eines anderen Menschen zu versetzen und dadurch dessen Denken und Fühlen zu verstehen.


Plastizität

Begriff der Hirnforschung. Fähigkeit des Gehirns sich anzupassen, wie sie z. B. in der neuronalen Reorganisation nach einer Verletzung (vor allem bei Kindern) oder in Experimenten zur Auswirkung der Erfahrung auf die Gehirnentwicklung deutlich wird.


Problemlösen

Problemlösen bedeutet das Beseitigen eines Hindernisses oder das Schließen einer Lücke in einem Handlungsplan durch bewusste kognitive Aktivitäten, die das Erreichen eines beabsichtigten Ziels möglich machen sollen.


pro infant

Hamburg Program For Infant Development And Family Coaching. Kurspogramm für Eltern und Kind zwischen 0 und 6 Jahren.


Prosoziales Verhalten

Positives, konstruktives, hilfsbereites Verhalten. Das Gegenteil von antisozialem Verhalten.


Prototyp

Vorstellungsbild oder typisches Beispiel für eine Kategorie. Wenn man neue Wahrnehmungen mit dem Prototyp abgleicht, hat man ein schnelles und einfaches Verfahren, Wahrnehmungen in Kategorien zu sortieren (z. B. wenn man gefiederte Lebewesen mit prototypischen Vögeln wie dem Spatz vergleicht).


Reflex

Einfache, automatische, angeborene Reaktion auf einen sensorischen Reiz, wie z. B. der Kniesehnen-Reflex.


Regulationsstörungen

Regulationsstörungen beziehen sich auf Probleme, das eigene Erleben und Verhalten in angemessener Weise zu regulieren. Im Säuglingsalter äußert sich dies beispielsweise durch unstillbares Schreien, Schlafstörungen oder Fütterprobleme.


Reifung

Biologische Wachstumsprozesse, die die Grundlage für systematisch und von äußeren Verhältnissen und Erfahrungen relativ unbeeinflusst ablaufende Verhaltensänderungen sind. Annahme, dass Entwicklung vor allem durch endogene Faktoren (wie beispielsweise die Erbanlagen eines Individuums) gesteuert wird. Heute wird bei der Entwicklung in der Regel von wechselseitigen Einflüssen von endogenen und exogenen Faktoren (Reifung und Erfahrungsbildung) ausgegangen.


REM-Schlaf

Beim REM-Schlaf handelt es sich um eine Phase unruhigen Schlafes, die sich durch eine unregelmäßige Atmung und eine leicht erhöhte Muskelspannung auszeichnet. Auffällig ist, dass in dieser Phase verstärkt schnelle Augenbewegungen („rapid eye movements“) hinter den geschlossenen Augenlidern zu beobachten sind. Während der Nacht wechseln sich typischerweise mehrfach Phasen des REM-Schlafes und des Non-REM-Schlafes ab. Der REM-Schlaf wird auch als paradoxer Schlaf bezeichnet, weil die Muskeln entspannt sind (kleinere Zuckungen ausgenommen), andere Körperfunktionen aber aktiv.


Resilienz

Resilienz bezeichnet die Widerstandsfähigkeit einiger Kinder, sich trotz belastender Umstände und Bedingungen normal zu entwickeln.


Responsivität

Elterliche emotionale Ansprechbarkeit.


Rezeptor

Eigentlich Proteinmolekül, an das ein Ligand bindet, um eine Wirkung auszulösen. Der Begriff wird aber auch synonym für Sinnesrezeptor und Sensor gebraucht.


Rolle

Reihe von Erwartungen (Normen) an eine soziale Position. Sie definiert, wie sich jemand in dieser Position verhalten sollte.


Rouge-Test

Bei dem Rouge-Test handelt es sich um ein Verfahren, mit dem die Fähigkeit, sich selbst im Spiegel zu erkennen, nachgewiesen werden kann. Diese Fähigkeit kann als ein notwendiges, jedoch nicht hinreichendes Kriterium für das Vorliegen eines Selbstbewusstseins angesehen werden. Bei Anwendungen in entwicklungspsychologischen Kontexten wird einem Kind ein roter Fleck auf der Nase appliziert. Wenn das Kind beim Blick in einen Spiegel versucht, den Fleck auf der eigenen Nase zu beseitigen, spricht dies dafür, dass es sich selbst im Spiegel erkannt hat. Dies gelingt Kindern in der Regel frühestens in der Mitte des 2. Lebensjahrs.


S


Schema

Kognitive Struktur, mit der Informationen geordnet und erklärt werden.


Schlaf

Als Schlaf wird der Zustand der äußeren Ruhe eines Menschen oder eines Tieres bezeichnet. Im Schlaf verringern sich Puls, Atem­frequenz und Blutdruck. Auch die Gehirnaktivität verändert sich im Vergleich zum Wachzustand. Es gibt verschiedene Hypothesen über den Zweck von Schlaf. Nach der »regenerativen Hypothese« dient der Schlaf der Erholung der Körperorgane, so dass die Körperfunktionen problemlos ablaufen können. Eine andere Hypothese besagt, dass Schlaf der Einsparung von Energie dient.


Schlafapnoe

Unter Schlafapnoe versteht man vorübergehende Atemaussetzer im Schlaf, die gehäuft und v. a. verlängert auftreten. Von Schlafapnoe wird gesprochen, wenn Atemaussetzer häufiger als zehnmal pro Stunde für mehr als zehn Sekunden auftreten. Die Ursache liegt in einer Erschlaffung der Muskulatur des Nasen-Rachen-Raumes. Wenn es dann zu einer Rückverlagerung der Zunge und zu einer Engstellung des Rachenraumes kommt, wird die Atmung behindert. Atemaussetzer werden im Gehirn registriert, und eine Arousalreaktion führt zur Wiederaufnahme der Atemaktivität, indem ein tiefer Atemzug ausgelöst wird, der die verengten Atemwege öffnet und als ­lautes Schnarchen hörbar wird. Eine chronische Schlafapnoe verschlimmert sich mit der Zeit und kann zu Bluthochdruck, Herzinsuffizienz (verminderte Herzleistung), Herzrhythmusstörungen und der verstärkten Neigung zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Außerdem wird der gesunde Schlafrhythmus gestört und, bedingt durch die Arousalreaktionen, werden tiefe Schlafstadien verkürzt. Das häufige nächtliche Aufwachen des Säuglings wird unter anderem mit einer entsprechenden regelmäßigen Arousal-Reaktion erklärt, die den Säugling vor dem Erstickungstod schützt.


Schlafwandeln

Beim Schlafwandeln kommt es im ersten Drittel des Nachschlafes zu komplexen Verhaltensepisoden wie bspw. Umherlaufen oder anderen Tätigkeiten. Diese Aktivitäten haben psychische Ursachen und erfolgen unbewusst, d. h. Betroffene sind im Nachhinein nicht in der Lage, sich an die nächtlichen Aktivitäten zu erinnern. Schlafwandeln tritt meist im Kindesalter auf (bei etwa 1–6 % aller Kinder) und setzt sich nur in seltenen Fällen in der Pubertät oder im Erwachsenenalter fort. Beginnt das Schlafwandeln im Erwachsenenalter, was äußerst selten vorkommt, ist von einem chronischen Verlauf auszugehen. Die Anlage zum Schlafwandeln ist vererbbar, Männer sind häufiger davon betroffen als Frauen. Die Folgen des Schlafwandelns sind körperliche, z. T. lebensbedrohliche, Schäden (Unfälle, ­Absturz etc.), aber auch psychische Belastungen, da Betroffene oftmals versuchen, die Krankheit zu verbergen und bestimmte psychosoziale Aktivitäten (Zelten, Besuche etc.) zu vermeiden.


Selbstbewusste Emotionen

Selbstbewusste Emotionen sind dadurch charakterisiert, dass sie ein Bewusstsein voraussetzen, als Person von anderen Personen getrennt zu sein und von diesen beobachtet und bewertet werden zu können. Beispiele für Selbstbewusste Emotionen sind Emotionen wie Scham, Schuld, Stolz oder Verlegenheit. Sie entstehen im Kindesalter mit der Entwicklung des Selbst, also um den 2. Geburtstag herum.


Selbstkonzept

Gefühl für die eigene Identität und den eigenen Wert; Gedanken und Gefühle, die bei der Beantwortung der Frage »Wer bin ich?« aufkommen. Das Selbstkonzept wird als kognitive Struktur verstanden, welche das selbstbezogene Wissen einer Person beinhaltet. Es stellt also die kognitive Komponente des Selbst dar.


Selektive Aufmerksamkeit

Konzentration des Bewusstseins auf einen bestimmten Stimulus wie etwa beim Cocktailpartyeffekt, bei dem man unter der lauten Geräuschkulisse der Partygästen plötzlich den eigenen Namen heraushört.


Spiegelneuronen

Begriff aus der Hirnforschung. Stirnlappenneuronen, die reagieren, wenn bestimmte Tätigkeiten ausgeführt werden oder wenn jemand anders bei der Ausführung beobachtet wird. Der im Gehirn ablaufende Vorgang des Spiegelns der Tätigkeit eines anderen Menschen trägt zur Nachahmung, zum Erlernen von Sprachen und zur Empathie bei.


Störung des Sozialverhaltens

Eine Störung des Sozialverhaltens ist durch altersunangemessenes aggressives und dissoziales Verhalten gekennzeichnet, das gegen soziale Normen verstößt und die Grundrechte anderer missachtet.


Stress

Prozess, durch den wir bestimmte Ereignisse (Stressoren) wahrnehmen und darauf reagieren. Stressoren können als Bedrohung oder als Herausforderung bewertet werden.


T


Theorie des sozialen Lernens

Dieser Ansatz besagt, dass wir Sozialverhalten lernen, indem wir etwas beobachten und nachahmen und indem wir dafür belohnt oder bestraft werden.


Tiefgreifende Entwicklungsstörung

Tiefgreifende Entwicklungsstörungen sind Entwicklungsstörungen, die mit einer schweren Beeinträchtigung mehrerer Entwicklungsbereiche verbunden sind. Beispielhaft sind in diesem Zusammenhang autistische Störungen zu nennen.


U


Überdehnung

Gerade am Anfang der Entwicklung bestehen noch viele sprachliche Lücken, die die Kinder mit verschiedenen Strategien zu überbrücken versuchen. Am weitesten verbreitet ist dabei die sprachliche Überdehnung. Damit ist gemeint, dass die Kinder ein Wort über den sprachlichen Kontext hinaus, in dem sie es ursprünglich gelernt haben, generalisieren.


Umschriebene Entwicklungsstörung

Umschriebene Entwicklungsstörungen sind durch Funktions- und Reifungsstörungen gekennzeichnet, die in den Bereichen Sprache, Motorik und schulische Fertigkeiten auftreten können. Darunter fallen Sprachstörungen (Beeinträchtigungen von Sprachverständnis und Sprachproduktion), Auffälligkeiten hinsichtlich der Grob- und Feinmotorik, der Koordination und des Gleichgewichts sowie Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (Defizite im Lesen, Schreiben oder Rechnen).


Urvertrauen

Laut Erik Erikson ist Urvertrauen das Gefühl, dass die Welt ein sicherer und vertrauenerweckender Ort ist. Dieses Vertrauen entsteht in der frühen Kindheit durch die entsprechenden Erfahrungen mit aufgeschlossenen und einfühlsamen Bezugspersonen.


V


Verhaltensextinktion

Nach der Lerntheorie kommt es zur Verhaltensextinktion (bzw. Verhaltenslöschung), wenn über einen mehr oder minder langen Zeitraum keine Verhaltensverstärkung stattfindet.


Verhaltenstherapie

Wendet Lernprinzipien an, um unerwünschtes Verhalten zu löschen oder zu modifizieren.


Verschwindende Reflexe

Verschwindende Reflexe (wie der Moro-Reflex) haben spezifische Zeitfenster, in denen die einzelnen Reflexe zurückgebildet sein sollten. Abweichungen von den Zeitfenstern können auf neurologische Störungen hinweisen.


Verstärkung

Durch eine Verstärkung (Setzen einer positiven Konsequenz oder Wegnahme einer negativen Konsequenz) kommt es nach der Lerntheorie zu der Erhöhung der Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens.


Verstärkung, negative

Zunahme der Häufigkeit eines Verhaltens, wenn negative Reize wie ein Elektroschock nicht mehr oder schwächer dargeboten werden. Negative Verstärkung ist jeder Reiz, der, wenn er nach einer Reaktion entfernt wird, die Reaktion bekräftigt (wichtig: Negative Verstärkung ist nicht dasselbe wie Bestrafung!).


Verstärkung, kontinuierliche

Verstärkung der erwarteten Reaktion bei jedem Auftreten.


Verstärkung, intermittierende

Die Anzahl der Reaktionen, die gezeigt werden, bevor eine Verstärkung gegeben wird, variiert von einer Verstärkungsphase zur anderen.


Verstärkung, positive

Zunahme der Häufigkeit eines Verhaltens, wenn positive Reize wie Essen dargeboten werden. Positive Verstärkung ist jeder Reiz, der, wenn er dargeboten wird, die Reaktion bekräftigt.


Verstärker

In der operanten Konditionierung jedes Ereignis, durch das ein vorausgehendes Verhalten verstärkt wird


Verstärker, konditionierter

Reiz, der dadurch verstärkend wirkt, dass er mit einem primären Verstärker gekoppelt wird; auch bekannt als sekundärer Verstärker.


Verstärker, primärer

Von Geburt an verstärkender Reiz, der beispielsweise ein natürliches Bedürfnis befriedigt.


Verstärker, sekundäre

Sekundäre Verstärker können nach der Lerntheorie als Ersatz für primäre Verstärker deren Funktion einnehmen. Ein Beispiel ist der Erhalt von Geld als Verstärkung, mit dem man sich dann primäre (unmittelbare) Verstärker (z. B. Süßigkeiten) kaufen kann.


Verstärkersystem / Tokensystem

Verfahren der operanten Konditionierung zur Verstärkung erwünschten Verhaltens. Eine Person kann Symbolgeld erwerben, indem sie das gewünschte Verhalten zeigt; anschließend kann sie die Chips gegen Vergünstigungen oder Leckereien eintauschen. Verstärkerpläne werden von Eltern täglich meist intuitiv in der Kindererziehung angewendet.


Vorwissen

Das in eine Urteils- oder Problemsituation mitgebrachte Verständnis von Ausgangs- und Zielsituation sowie die Kenntnis der verfügbaren Mittel.


Vulnerabilität

Der Begriff der Vulnerabilität bezeichnet eine Disposition, wodurch das Auftreten einer Störung prädisponiert oder zumindest begünstigt wird.


W


Wahrnehmung

Prozess, bei dem die sensorischen Informationen organisiert und interpretiert werden. Dies ermöglicht uns, die Bedeutung von Gegenständen und Ereignissen zu erkennen. Wahrnehmung bezeichnet somit das, was von den mit Sinnesorganen aufgenommenen Informationen erfasst wird. Im Rahmen der Social-Cognition-Forschung wird damit die erste Informationsverarbeitungsstufe bezeichnet.


Wortschatzexplosion

In der 2. Hälfte des 2. Lebensjahres setzt bei den meisten Kindern eine Wortschatzexplosion ein. Dabei kommt es zu einem rapiden Anstieg des Wortschatzes.


Z


Zirkadiane Rhythmen

Biologische Uhr und reguläre Rhythmik der Körperfunktionen (z. B. der Körpertemperatur und des Wachzustands) in einem 24-stündigen Zyklus. Zirkadiane Rhythmen sind innerorganismische Rhythmen, die den Organismus auf täglich wiederkehrende Phänomene einstellen. Beispielhaft ist dabei der Schlaf-Wach-Rhythmus zu nennen. Zirkadiane Rhythmen müssen entwickelt werden, was zu den frühen Entwicklungsaufgaben eines Säuglings gehört.


Zweiwortstadium

Beginnt mit etwa 2 Jahren; Phase der Sprachentwicklung, während der das Kind hauptsächlich in Sätzen aus 2 Wörtern spricht.





Quellen:

Lohaus, Arnold, Vierhaus, Marc, Maass, Asja: Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters, 1st Edition., 2010, Springer

Myers, David G.: Psychologie, 2. erw. u. aktualisierte Aufl., 2008, Springer

Kirschbaum, Clemens (Hrsg.): Biopsychologie von A bis Z, 2008, Springer

Betsch, Tilmann, Funke, Joachim, Plessner, Henning: Allgemeine Psychologie für Bachelor: Denken - Urteilen, Entscheiden, Problemlösen, 1st Edition., 2011, Springer

Asendorpf, Jens B.: Psychologie der Persönlichkeit, 4. überarb. u. aktualisierte Aufl., 2007, Springer

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Praxis für Entwicklungspsychologie
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